Weihnachtszeit - Lesezeit

          

Weihnachten naht, ein Fest, das im Nahen Osten oft auch Muslime mitfeiern. Zeit zum Bücherlesen und Bücherschenken. Ich stelle hier drei ägyptische Bücher vor, die mir besonders gefallen. Sie haben alle zu tun mit den beiden Grundthemen der Belletristik: Liebe und Tod, ferner mit Religion, und alle liegen in deutscher Übersetzung vor. Bei der Gelegenheit muss ich vor mir selber warnen: Mein Literaturstudium liegt Jahrzehnte zurück. Viel Wissenschaft ist also nicht in meinen Ausführungen, aber immerhin etwas Herzblut!

   

   

        

Youssef Ziedan: Azazel, Verlag Luchterhand 2011, ca. 450 Seiten

Youssef Ziedans Bücher sind in Kairo in jedem Buchladen und auch auf Strassenauslagen zu haben. Einige Seiten habe ich auf Arabisch gelesen. Das Thema und die Kontroverse um den Autor haben es mir angetan, und so habe ich mir die englische Fassung als E-Book gekauft.

    

Youssef Ziedan ist der jüngste und der einzige noch lebende unter den Autoren, die ich hier vorstelle. Er ist 1958 geboren und Professor für islamische Philosophie mit Schwerpunkt Sufismus. Ausserdem war er Direktor der Handschriftenabteilung der Bibliothek von Alexandria. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen hat Youssef Ziedan mehrere Romane veröffentlicht. „Azazel“ erschien in elf Sprachen und erhielt 2009 den arabischen Booker-Preis.

    

"Azazel" ist der Roman eines muslimischen Autors über die Kopten, und zudem über eine Epoche, in der sich Christen vieler gewaltsamer Übergriffe auf "Ungläubige" schuldig gemacht haben. Schon dieser Ausgangspunkt musste in Ägypten Aufsehen erregen. Der Roman über das abenteuerliche Leben eines frühchristlichen Mönchs wurde sofort nach seinem Erscheinen ein Bestseller. Er löste aber auch grosse Kontroversen aus – die Koptische Kirche forderte vergeblich ein Verbot des Buches, und auch muslimische Scheichs protestierten, vor allem wegen einiger freizügiger Passagen.

    

    

   

Die Handlung

Wir sind im 5. Jahrhundert nach Christus, es ist die Ära des Heiligen Augustinus. In Ägypten hat sich die christlich-koptische Religion durchgesetzt, die Ägypten den Namen gegeben hat (KOPTEN - äGYPTEN). Grosse Bevölkerungsteile beten aber weiterhin zu den alten Göttern.

   

Nach einem abenteuerlichen Leben schreibt der koptische Mönch Hypa seine Erinnerungen nieder, um Rechenschaft abzulegen: über seine eigenen Verfehlungen und die der frühchristlichen Kirche. Geboren im südlichen Ägypten, wuchs Hypa noch mit dem Glauben an die alten ägyptischen Götter auf. Als junger christlicher Mönch studierte er später Medizin, begab sich auf Wanderschaft und geriet mitten in die leidenschaftlichen theologischen Auseinandersetzungen, die damals die Kirche erschütterten: In Alexandria erlebt Hypa die grausame Tötung der heidnischen Philosophin Hypatia durch den entfesselten christlichen Mob.

   

Der junge Mönch flieht entsetzt aus Alexandria und nennt sich fortan Hypa - in Erinnerung an Hypatia. In den Höhlen am Toten Meer betet er um Erleuchtung und Erlösung von seinen Seelenqualen, in Jerusalem lernt er Bischof Nestorius kennen, der wegen widerstreitender theologischer Auffassungen später exkommuniziert wird, und in einem abgeschiedenen Bergkloster zwischen Antiochia und Aleppo schreibt er schliesslich auf, was ihm alles widerfahren ist.

  

Dann gibt es auch noch Oktavia, die kluge und schöne alexandrinische Heidin, die ihn fast von seinem Weg abbringt, und Martha, eine junge christliche Chorsängerin – und immer wieder Azazel, den Teufel, der ihn zaudern und zweifeln und sündigen lässt, der ihn zur Niederschrift nötigt und von sich behauptet, ein Teil von Hypa selbst zu sein.

    

Youssef Ziedans Roman ist ein lebendiges und warmes Plädoyer für eine undogmatische, lebensbejahende Religiosität und gegen jegliche Gewalt im Namen der Religion. Er ist eine direkte Antwort auf die damals wie heute immer wieder aufflackernden religiösen Konflikte in Ägypten.

    

Nagib Machfus: Die Kinder unseres Viertels, Unionsverlag 2006, ca. 550 Seiten

Machfus ist einer meiner Lieblingsautoren: Er war ein unerschrockener Zeitgenosse, ein Beobachter mit Phantasie, ein Ironiker, aber kein Lästerer. Sein Roman "Die Kinder unseres Viertels" ist in Ägypten jedem Gebildeten dem Namen nach bekannt, gelesen haben ihn aber nur wenige - er war in Ägypten lange verboten. Grund genug, mir das Werk vorzunehmen!

    

Nagib Machfus ist 1911 in Kairo geboren und dort 2006 gestorben - sein Leben spielte sich hauptsächlich im Kairoer Quartier Gamaleya ab. Für mich hat Machfus die gleiche erzählerische Kraft wie die grossen lateinamerikanischen Erzähler: Gabriel García Márquez, Mario Vargas Llosa, Isabel Allende... Wie sie stellt er der genauen, realistischen Schilderung immer wieder phantastische Elemente gegenüber. Er gilt als der eigentliche "Vater des ägyptischen Romans". 1988 erhielt er als bisher einziger arabischer Autor den Nobelpreis für Literatur.

     

"Die Kinder unseres Viertels" ist der umstrittenste Roman von Machfus. Während Ziedans Roman "Azazel" den Konflikt zwischen individuellem Glauben und kirchlichen Machtansprüchen thematisiert, ist Machfus' Werk eine Auseinandersetzung mit der Instrumentalisierung der Erlösungs-Sehnsucht des Volkes. Thema des Romans ist die Geschichte der Menschheit als Heilsgeschichte - von der Erschaffung der Welt bis zu den Problemen der Gegenwart - transponiert in den Alltag eines fiktiven Kairoer Quartiers.

    

"Die Kinder unseres Viertels" ist 1959 als Fortsetzungsroman in der Tageszeitung "al-Ahram" erschienen. Noch vor Abschluss musste die Zeitung den Roman absetzen, da sich ein Sturm der Entrüstung aus orthodoxen islamischen Kreisen erhob. Einige Azhar-Gelehrte waren empört, dass der Autor heiligste Dinge aufgriff und ihrer Meinung nach in den Schmutz zog. Als Buch erschien der Roman erstmalig 1967 in Beirut. In Ägypten gab es Bemühungen zu einer Publikation, die aber Nagib Machfus selber verhindert hat. Tatsächlich erinnern die Heilsbringer im Roman (ausser dem letzten) an die Gründerfiguren der monotheistischen Religionen. In der Geschichte geraten nicht die Heilsbringer ins moralische Zwielicht, sondern ihre Nachfolger, diejenigen, die die Lehre nach dem Tod der Religionsstifter entstellen oder missachten. Ein explosiver Gedanke!

    

Die Handlung

Ein armer Volkserzähler stellt die Schöpfungsgeschichte und die Geschichte der drei großen monotheistischen Religionen als die unmittelbare Geschichte "unseres ruhmvollen Viertels" und seiner "getreuen Söhne" dar.

    

Der Roman beginnt im "Grossen Haus" (Waqf = Stiftung), das der Stammvater Gabalawi (~ Abraham) am Stadtrand von Kairo eingerichtet hat. Er selbst wohnt in diesem Anwesen, das aus einer grossen Villa mit Park und hoher Mauer besteht. Mit Gabalawi wohnen seine zwei Söhne Adham (~ Adam) und Idris (~ Satan). Als Adham, der Jüngste, die Verwaltung für das Anwesen übertragen bekommt, rebelliert Idris und wird für diesen Aufstand gegen die väterliche Autorität verstossen und aus dem Haus gejagt (Motiv Abfall von Luzifer).

    

Adham heiratet Umina (~ Eva). Als er auf Betreiben von Umina und Idris versucht, einen Blick in das "Testament" seines Vaters zu werfen, um herauszufinden, was dieser mit dem Anwesen vorhat, wird er von Gabalawi überrascht und muss mit seiner Frau das Anwesen verlassen (Motiv Erbsünde). Diese Vertriebenen gründen nun das "Viertel". Einige Zeit später werden den Eltern zwei Söhne geboren: Qadri und Humam. Qadri tötet seinen Bruder (Motiv Kain und Abel).

    

Die Einkünfte des Anwesens werden zu einer Stiftung (= Waqf), und ein Treuhändler und dessen Schergen verwalten das Vermögen mit Eigennutz und brutaler Gewalt. Drei Propheten tauchen auf: Gabal (~ Moses, Juden), Rifaa (~ Jesus, Christen), Kasim (~ Mohammed, Muslime). Sie bringen eine neue Botschaft, die den Menschen helfen soll, wieder in Frieden und Gerechtigkeit zu leben. Jeder dieser drei Propheten erreicht für kurze Zeit soziale Gerechtigkeit mit Hilfe seiner Anhänger - und diese nehmen für sich in Anspruch, mit ihrem Tun Gabalawis Willen zu erfüllen. Doch jedes Mal kehrt die Tyrannei der Finanzverwalter und ihrer Schergen zurück.

     

Gabal (~ Moses) wendet seine Zauberkräfte gegen den Stiftungsverwalter an und kann so einen Sieg für seine Sippe erreichen und eine neue Rechtsordnung errichten. Diese währt aber nur, solange er lebt. Viel später kommt Rifaa (~ Jesus). Dieser lehnt sich nicht durch Gewalt auf, sondern predigt Gerechtigkeit und Liebe. Um ihn versammeln sich zum Ärger der Schergen die Unterdrückten und Armen, weshalb sie ihn schliesslich ermorden. Seine Lehre überlebt jedoch, und seine Anhänger nehmen ihren gebührenden Platz im Viertel ein. Schliesslich taucht der Prohet Kasim (~ Mohammed) auf. Wie seinen Vorläufern geht es ihm um die Erfüllung einer heiligen Botschaft, die ihm von einem Diener Gabalawis überbracht worden ist. Ihr Inhalt ist umfassend: Alle Söhne des Viertels seien in gleicher Weise seine Enkel, der Waqf sei ihr gemeinsames Erbe, die Raubherrschaft sei ein Übel, das vernichtet werden müsse, und das Viertel solle eine Erweiterung des "Grossen Hauses" sein. Doch auch die egalitäre Ordnung, die Kasim mit Gewalt und Liebe zugleich durchsetzt, gerät alsbald in Vergessenheit. Nur kurz währt die Sicherheit, die Gabal, Rifaa und Kasim gestiftet haben. Von ihrem Lebenswerk und ihren Lehren erzählen nur noch die Volkssänger.

    

Der fünfte Teil des Romans bringt die Geschichte des "Zauberers" Arafa (~ der damalige Präsident Gamal Abdel Nasser). Auch er hegt den Wunsch, das Viertel von der Gewaltherrschaft zu befreien und den Entrechteten ihr Recht zu geben. Er bringt keine Offenbarung, sondern orientiert sich an den fassbaren Realitäten. In unermüdlicher Arbeit setzt er neue Waffen gegen die Schergen ein. Von seinen Erfolgen berauscht, will er die absolute Wahrheit erlangen: Er dringt in das "Grosse Haus" ein, um einen Blick in das Testament zu werfen, das die "zehn Verfügungen" des Stammvaters Gabalawi enthält. Schon nahe am Ziel, wird sein Vorhaben durch einen greisen Diener vereitelt, den er in seiner Angst erwürgt. Am nächsten Tag verbreitet sich die Nachricht, dass der Stammvater vor Trauer um seinen getreuen Diener gestorben sei. Durch diese Tat kompromittiert sich Arafa und gerät mit seinen weit überlegenen Waffen unter die Herrschaft des Stiftungsverwalters. Er wird Gefangener der Macht, die er bekämpfen wollte.

    

"Die Kinder unseres Viertels" sind eine Reflexion über die "Erlösung". Die Erlöser haben bisher nicht nur befreit, sondern auch entmündigt, und deshalb konnten sich wieder Missstände einschleichen. Die wirkliche Erlösung ist die FREIHEIT VON der Abhängigkeit von einem Erlöser und die FREIHEIT ZU Selbstbestimmung und Selbstverantwortung.

   

Ibn al-Farid: Der Diwan, Verlag der Weltreligionen 2012, ca. 400 Seiten

Ibn al-Farid kannte ich nur dem Namen nach: mystische und Liebes-Gedichte, die kein Mensch versteht. Dann stiess ich auf eine Buchrezension: Sein "Diwan" ist neu aufgelegt, in einer exzellenten deutschen Übersetzung, mit Hintergrundkommentaren und genauen Erklärungen zu jedem einzelnen Gedicht. Also eine Chance auch für Laien! Nun ist Ibn al-Farid auch ein Zeitgenosse von Walther von der Vogelweide, dem grossen Minnesänger. Wie liebt ein arabischer im Vergleich zu einem deutschen Dichter, ein Mystiker im Vergleich zu einem Papst-Kritiker? So habe ich mir das nicht gerade billige Buch erstanden. 

    

Renate Jacobi, die die hervorragende Übersetzung/Nachdichtung und die umfangreichen Kommentare zum "Diwan" erstellt hat, schreibt: "Ibn al-Farid (1181 - 1235), der 'Fürst der Liebenden' (sultan al-ashiqin), wie ihn die islamische Tradition nennt, ist der bedeutendste mystische Dichter in arabischer Sprache und zugleich einer der grössten Dichter der klassischen arabischen Literatur." Aber gibt es da nicht den von Goethe besungenen Hafis, oder Rumi, oder Omar Khayyam? Sicher, aber sie alle schrieben hauptsächlich Persisch. Ibn al-Farid dagegen lebte lange Jahre in Kairo, wo er auch starb, und er schrieb Arabisch. Wie viele bedeutende Mystiker (Sufis) wurde er nach seinem Tod als Heiliger verehrt. Sein Grab ist bis heute erhalten.

      

Zum Leben Ibn al-Farids gibt es offensichtlich einige gesicherte Fakten und allerhand Mythen. Die Familie des Dichters umfasste einige Religionsgelehrte und war seit Generationen der islamischen Mystik (Sufismus) verbunden. Sein Vater war Jurist, spezialisiert auf die Erbansprüche von Frauen, daher der Name Ibn al-Farid ("Sohn des Anspruchstellenden"). Ibn al-Farid erhielt eine gründliche Ausbildung in der klassischen arabischen Literatur und in den religiösen Wissenschaften und wurde bereits früh in den Sufismus eingeführt, zu dem er eine besondere Neigung entwickelte. So zog er sich oft in das Gebirge Muqattam am Rande von Kairo in die Einsamkeit zurück und widmete sich mystischen Übungen. Bereits in jungen Jahren soll er als Dichter hervorgetreten sein und neben mystischen Versen auch profane Gedichte verfasst haben. Er hat als Religionsgelehrter gewirkt und Hadith, die Traditionen vom Propheten Mohammed, gelehrt. Nach dem Tod des Vaters machte Ibn al-Farid die Pilgerfahrt nach Mekka. Er blieb 15 Jahre auf der Arabischen Halbinsel. Nach seiner Rückkehr nach Kairo erinnerte er sich in seinen Gedichten mit grosser Sehnsucht an seine Sufi-Freunde in Mekka.

     

Die letzten Jahre verbrachte der Dichter hoch geehrt in Kairo. An seinen Rezitationen und mystischen Sitzungen (Dhikr) nahm die religiöse und politische Elite der Stadt teil und bezeigte ihm damit die grösste Achtung. Selbst der Sultan al-Malik al-Kamil (reg. 1218-1238) suchte ihn in seine Nähe zu ziehen und bot ihm Geschenke an, doch Ibn al-Farid soll sich der Aufmerksamkeit des Herrschers entzogen und seine Gaben abgelehnt haben.

   

"Der Diwan"

Der eigentliche "Diwan" - die Gedichte - umfasst nur gerade 100 Seiten, alles übrige sind Kommentare und Erläuterungen, die meisten auch für den Laien verständlich. Die Gedichte sind in drei Gruppen eingeteilt:
"Kassiden", "Weinlied" und "Die Ordnung des Weges".

   

Auf den ersten Blick finde ich faszinierend, wie fliessend damals noch die Grenzen zwischen heute festgefügten und klargetrennten Begriffen waren. Das profane Liebesgedicht öffnet sich bei näherer Betrachtung zu einer mystischen Liebe zum "göttlichen Geliebten". Die Trunkenheit durch den Weingenuss erscheint ungezwungen auf der gleichen Stufe wie die Verzückung im Angesicht des Göttlichen. Vielleicht gibt es ähnliche Verschmelzungen in der spätmittelalterlichen europäischen Mystik, aber wohl kaum beim Minnesang eines Walther von der Vogelweide.   

   

Die "Kassiden" sind eine Gattung der Beduinendichtung, die schon im 19. Jahrhundert die deutschen Dichter faszinierte und zur Nachahmung oder Umgestaltung anregte. Auch wenn in ihnen ein "lyrisches Ich" vorkommt, drücken sie weniger individuelle Erfahrungen als exemplarische Situationen aus. Die 9. Kasside des Ibn al-Farid beginnt so:

   

Treiber der Karawane, lass die Tiere sanfter schreiten,
   denn was du mit dir führst, das ist mein Herz.
Siehst du nicht die Kamele, wie sie durstig und entkräftet,
   sehnsüchtig nach den Frühlingslagern drängen?

      

Auch ohne Erklärungen wecken diese Zeilen bei mir unterschiedliche Assoziationen. Richtig spannend wird es allerdings mit den Erläuterungen der Übersetzerin.

   

Das "Weinlied" thematisiert in der Bildersprache des Weintrinkens eine Sehnsucht, die sich nicht sofort erschliesst. Dies wird gleich in den ersten Versen deutlich:

  

In Erinnerung an den Geliebten tranken wir einen Wein,
   von dem wir trunken waren, noch ehe der Weinstock geschaffen wurde.
Sein Kelch der Vollmond, er die Sonne, die ein Neumond kreisen lässt.
   Wenn er gemischt wird, leuchten Sterne über Sterne.

    

Auch bei diesen Zeilen führen die Erläuterungen der Übersetzerin faszinierend in die Denk- und Gefühlswelt der islamischen Mystik und der griechischen Philosophie ein: Der Weinstock als Manifestation des Göttlichen, die aber der wirkliche Sufi nicht braucht. Der Vollmond, die Sonne, der Neumond, die Sterne - spannend!

    

Der längste Text ist "Die Ordnung des Weges". Er ist ein Lehrgedicht von 761 Versen. Ibn al-Farid beschreibt und deutet in ihm seinen eigenen Weg zur Einheit mit Gott bis zur höchsten Stufe. Der Weg beginnt mit einer Liebeserklärung an die "Göttliche Geliebte", mit der er die Vereinigung sucht, und endet mit der höchsten Stufe, auf der sich der Mystiker mit dem kosmischen Prinzip identifiziert, dem die Welt ihre Entstehung verdankt. Da Gott sich in der Welt manifestiert, ist die Kontemplation der irdischen Schönheit nach Ibn al-Farid ein Weg zur Gotteserfahrung. Die Anrufung der "Göttlichen Geliebten" liest sich noch wie ein profaner Liebestext, weist aber bereits weiter hinaus auf den mystischen Weg:

     

"Gewähre mir, dass ich dich schaue, nur mit einem Blick,
   bevor die Liebe meine Sinne ganz vergehen lässt.
Doch willst du nicht, dass ich dich schaue, gönne meinem Ohr
   das Wort 'du wirst nicht', denn es klang schon vor mir einem süss."

       

       

 

Habe ich dein/Ihr Interesse geweckt?

   

Ich wünsche dir/Ihnen schöne Weihnachten, Aufwiederlesen in meinem Ägypten-Blog und Aufwiedersehen auch im wirklichen Leben!

  

 

Hinweis zu den Kommentaren

Ich erhalte auch auf Facebook Kommentare zu meinen Blogs. Unter den folgenden Kommentaren sind auch solche, die ich mit Erlaubnis der Autoren/innen von Facebook auf diese Seite hinüberkopiert habe.

4201 Views
Kommentare
()
Einen neuen Kommentar hinzufügenEine neue Antwort hinzufügen
Ich stimme zu, dass meine Angaben gespeichert und verarbeitet werden dürfen gemäß der Datenschutzerklärung.*
Abbrechen
Antwort abschicken
Kommentar abschicken
Weitere laden